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Mehr Abstand und eine Prüfungszusage


Aus der MAZ vom 26. Juni 2004

Brieselangs Volksvertreter sehen beim Thema "Wind" Fortschritte in ihrem Sinne

BRIESELANG. Ralf Kothe hatte genau auf die Uhr gesehen. Nach einer Stunde und 24 Minuten konnte der Vorsitzende der Brieselanger Gemeindevertretung das Thema "Wind" in der jüngsten Sitzung abhaken. Da hatten die Volksvertreter wieder eine lange und intensive Debatte hinter sich. In der war man ein Stück weitergekommen, auch wenn einige der Abstimmungen derzeit noch von Juristen der Gemeindeverwaltung auf ihre Rechtmäßigkeit geprüft werden.

Der Abend begann mit einer guten Nachricht für die Gewählten und die Bürgerinitiative "Gegenwind": Ein potenzieller Investor habe schriftlich seine Bereitschaft zu einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für alle schon bestehenden und geplanten Anlagen auf Bredower und Zeestower Gemarkung erklärt, teilte Bürgermeister Wilhelm Garn mit. Es geht um insgesamt 32 Windmühlen, zehn stehen bereits. Eine UVP, in der die Folgen der alternativen Energiemaschinen für Mensch und Tier dargestellt werden, war von den Volksvertretern immer wieder gefordert worden.

Ohne Beanstandungen dürfte der Beschluss über die Offenlegung des Bebauungsplanes "Windpark Bredow I" mit geplanten sieben Anlagen bleiben. Auf Wunsch der Gemeindevertreter hatten die Planer die Abstandsflächen für drei Anlagen vergrößert. Alle Windmühlen entstünden nun 1000 Meter von geschlossener Wohnbebauung entfernt. Der geänderte Plan wird ausgelegt, Bürger haben 14 Tage Zeit, Stellung zu nehmen. Niemand müsse Angst haben, dass der Beschluss gleichbedeutend mit einem Baubeginn sei, sagte Bürgermeister Wilhelm Garn auf Anfragen. Nach der Auslegung werde in der Gemeindevertretung erneut abgewogen.

Neben diesem B-Plan, der noch auf Entscheidungen der alten Bredower Gemeindevertretung beruht und daher zeitlich Vorlauf hat, wurde über den jüngeren Bebauungsplan "Bredow/Zeestow II" diskutiert, der sich ebenfalls im so genannten Windeignungsgebiet auf der Nauener Platte befindet und wo bislang 15 neue Anlagen vorgesehen sind.

Da die meisten Volksvertreter insgesamt 32 Windmühlen auf Gemeindeterritorium für zu viel halten, stimmten sie mehrheitlich Richard Heynisch (Wub Havelland) zu, der eine Reduzierung auf zehn neue Anlagen und eine Maximalhöhe von 70 Metern beantragt hatte. Mit dem Beschluss befassen sich nun Juristen, da die Gemeindeverwaltung sich nicht sicher ist, ob es sich um eine unzulässige Verhinderungsplanung handelt. Auch die Zustimmung zum Anliegen des Ortsbeirates Zeestow, im Plan "Bredow/Zeestow II" drei geplante Windkraftanlagen zu streichen, weil man mit deren voraussichtlicher Höhe von je 150 Metern nicht einverstanden ist, wird von der Verwaltung als bedenklich angesehen. "Die Frage ist, ob die Begründung ausreicht", so Bau-Fachbereichsleiter Torsten Raab. Hier wird ebenfalls noch geprüft.

Nach den langen Debatten sehen viele Volksvertreter aber nun Fortschritte in ihrem Sinne beim Thema "Wind": Angesichts vergrößerter Abstandsflächen und der Zustimmung zur UVP meinte Christian Achilles (Bürger für Brieselang): "Es sieht so aus, als ob der Investor jetzt mit uns reden möchte." af

© Verlag Märkische Allgemeine Zeitung, Potsdam 2004

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