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Fläche soll in einem Jahr privatisiert sein
Aus der MAZ vom 9. Dezember 2004
ANKE FIEBRANZ
BRIESELANG/ZEESTOW. Die Fläche an der Pappelallee in Zeestow war schon einmal zum Verkauf angeboten worden. "Aber der Markt hat sie nicht aufgenommen. Unsere Vorstellung, was die Kaufpreise betrifft, waren wohl ziemlich hoch", räumt Barbara Halsinger, Leiterin der Niederlassung der Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH Berlin-Brandenburg (BVVG), ein. Der bundeseigenen BVVG gehören die 11 500 Quadratmeter brach liegenden Landes in Sichtweite der Zeebr@-Grundschule.
Nun wird ein neuer Vermarktungs-Versuch gestartet, der für die BVVG ein Pilotprojekt ist: Gestern wurde in Brieselang ein städtebaulicher Vertrag über die Entwicklung der genannten Fläche, auf der eines Tages Eigenheime stehen sollen, unterzeichnet.
Während solch ein Abkommen für Brieselangs Bürgermeister Wilhelm Garn als Vertreter der Kommune nichts Neues ist, sprach Barbara Halsinger von einem "Erstlingswerk" für die BVVG. Das Unternehmen privatisiert im Auftrag des Bundes in Ostdeutschland seit 13 Jahren vor allem land- und forstwirtschaftliche Flächen, aber auch Bauland. "Der Markt hat sich verändert, da müssen wir uns was einfallen lassen", so die Niederlassungs-Chefin. Erst in diesem Jahr sei der BVVG grünes Licht für die Flächenentwicklung gegeben worden, die nun erstmals im Brieselanger Ortsteil Zeestow vollzogen wird. Dort sollen 11 500 Quadratmeter auf einen solchen Planungsstand gebracht werden, dass sie danach höherwertig am Markt angeboten werden können, formulierte Halsinger das Ziel.
Gestern wurde mit Brieselangs Bürgermeister schriftlich vereinbart, dass die BVVG die Kosten und die Vorbereitung der Bauleitplanung übernimmt. Der Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH entstehen etwa 50 000 Euro Planungskosten.
Ende 2005, so hofft man, soll das Areal dann privatisiert sein. Die Vorstellungen gehen dahin, das Gebiet zur Planungsreife zu bringen und es dann als Ganzes einem privaten Erschließungsträger zu verkaufen. Nach jetzigem Stand bietet das Gesamtgrundstück Platz für 16 Einfamilienhäuser. Bei dem Gelände an der Pappelallee handelt es sich um so genannte Umwidmungsflächen. Dieser Begriff beschreibt Gelände, welches heute noch landwirtschaftlich nutzbar wäre. Man habe es aber umgewidmet für eine Wohn- oder Gewerbenutzung, erklärte Albrecht von Welck, als BVVG-Gruppenleiter für die Kreise Havelland und Oberhavel zuständig.
Brieselangs Bürgermeister denkt, dass es weiterhin Bedarf an Baugrundstücken in der Gemeinde gibt. Mit einem Einwohnerwachstum von 3,9 Prozent innerhalb eines Jahres stehe die Gemeinde an der Spitze des Havellandes. "Der Bauboom ist ungebrochen", stellte Garn fest. Von dem geschlossenen städtebaulichen Vertrag soll auch die Gemeinde profitieren. Wie viele der 50 000 Euro ihr zugute kommen - etwa für Ausgleichsflächen - wollte gestern aber niemand kundtun.
Für die BVVG, der auch in Bredow noch große Flächen gehören, hat der Vertrag von Brieselang Signalwirkung. In den kommenden Jahren sollen weitere neun Projekte nach dem "Brieselanger Modell" in Brandenburg realisiert werden, unter anderem in Oranienburg, Schwanebeck und Treuenbrietzen.
© Verlag Märkische Allgemeine Zeitung, Potsdam 2004
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