Aus der MAZ / Der Havelländer vom 08.09.2005
Neue Linie verkehrt ab Frühjahr 2006
ANKE FIEBRANZ
BRIESELANG/HAVELLAND. Die hartnäckigen Forderungen aus dem Osthavelland nach einer direkten Regionalbahnverbindung bis ins Berliner Zentrum haben offenbar Wirkung gezeigt. Ab dem Fahrplanwechsel Ende Mai 2006, sollen zwischen Nauen und Senftenberg stündlich Züge der neuen Regionalbahnlinie RB 14 verkehren. Dabei werden alle Stationen zwischen Nauen und Spandau angefahren: Brieselang, Finkenkrug, Falkensee, Seegefeld, Albrechtshof.
Das geht aus einem Schreiben hervor, das Ralf Kothe, Vorsitzender des offenen Arbeitskreises "Bahn und Nahverkehr Brieselang", dieser Tage vom Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung erhielt. Kothe berichtete darüber in der Sitzung des Gemeindeentwicklungsausschusses am Dienstagabend. Mit der Regionalbahnlinie 14 würden die Bahnhöfe Zoo, Friedrichstraße oder Alex von Brieselang aus ohne Umsteigen erreicht. In etwa 40 Minuten sei man am Potsdamer Platz, geht aus dem Brief hervor. "Einmal pro Stunde bis ins Zentrum - das wäre die Erfüllung unserer Wünsche", sagte Kothe am Dienstag. Seit 2002 hatte sich der Arbeitskreis für eine solche Lösung stark gemacht. "Das käme dem Modell Stadtexpress fast nahe", ergänzte er gestern.
Nach den vorliegenden Plänen werden die zum Teil sehr pendlerstarken Stationen im Osthavelland von Zügen der neuen Regionalbahnlinie RB 14 und der schon bestehenden Verbindung RB 10 ab Frühjahr 2006 angefahren, versetzt im Halbstundentakt. Die Bahnen der RB 10 sollen laut Infrastrukturministerium montags bis freitags in der Hauptverkehrszeit zwischen Nauen und Charlottenburg rollen, sonst zwischen Nauen und Spandau.
Im Gegenzug entfällt der Halt des Regionalexpresses RE 2 (ab 2006: RE 4) in Brieselang ab dem genannten Fahrplanwechsel völlig. Derzeit halten RE-Züge in der Hauptverkehrszeit an der Station. Nach Inbetriebnahme des Nord-Süd-Tunnels in Berlin im Mai 2006 soll der heutige RE 2 (dann RE 4) stündlich über Nauen, Falkensee, Spandau, Jungfernheide, Lehrter Bahnhof weiter Richtung Ludwigsfelde fahren.
Wie Kothe sagte, habe die Zahl derjenigen, die direkt ins Zentrum wollten, in letzter Zeit noch zugenommen. Rund 300 Pendler warteten allein gestern nach 7 Uhr auf den Zug der RE 2. Nicht alle hätten einen Sitzplatz gefunden.