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Das Modell Brieselang funktioniert
Mit der offiziellen Verkehrsfreigabe am 9. Dezember ist der Straßenbau in der Vogelsiedlung bis auf einige Nachbesserungen zum Abschluss gekommen. Seit vor einigen Jahren das BürgerForum Brieselang die Idee der freiwilligen Mitfinanzierung durch die Bürger ins Gespräch gebracht hatte, gab es viele Zweifler, ob dieses Modell überhaupt umsetzbar sein würde. Besonders im Wahljahr 2003 setzten sich die CDU, der BFB und ich mich für dieses Projekt ein. In der Zwischenzeit steht die Gemeindevertretung, bis auf wenige Skeptiker, mit großer Mehrheit hinter diesem Projekt. So wurden jetzt zwei weitere Projekte für das Jahr 2006 auf meinen Vorschlag hin beschlossen. Das Projekt hätte ohne das Engagement vieler Anwohner, Gemeindevertreter und der Verwaltung nicht erfolgreich umgesetzt werden können. Viele Bürger haben mit ihrem Fachwissen zum Gelingen des Projektes beigetragen. Herzlichen Dank dafür.
Sicherlich sind im Laufe des Projektes einige Fehler gemacht worden. Aber ich weiß, besonders die Verwaltung und ich, wir haben daraus gelernt.
Ich möchte an dieser Stelle auf einige Punkte eingehen: Einer der wesentlichen Fehler war die Informationspolitik seitens der Verwaltung. Die Information an die Betroffenen war teilweise nicht zeitnah und umfassend. Besonders bei den Zahlen war die Information verwirrend und nicht konkret. Hier haben wir zu früh Zahlen und Daten genannt, die nicht belastbar waren.
Ein weiterer Punkt ist die Darstellung der Entscheidungsprozesse bezüglich der Bauweise. Hier sind besonders zwei Bereiche anzusprechen: die Gestaltung der Einfahrten und die Verkehrsberuhigung. Wir haben uns entschieden, die Einfahrten einheitlich zu gestalten, wie es bei vergleichbaren Projekten üblich ist. Dieser Entscheidungsprozess wurde nicht frühzeitig genug transparent und nachvollziehbar dargestellt. In diesem Entscheidungsprozess haben wir uns auf die Beratung durch das Planungsbüro verlassen und keine öffentliche Diskussion geführt.
Ein weiterer Punkt ist die Verkehrsberuhigung. Einige Bürger, die ich als Fachleute hoch schätze, haben sich sehr engagiert für eine Aufpflasterung in den Kreuzungsbereichen (so genannte Straßenbuckel) eingesetzt. Seitens der Verwaltung haben wir, trotz einer Zusage dieses umzusetzen, anders entschieden. Wir sind nach Abwägung der Vor- und Nachteile zu der Entscheidung gekommen, dass die Nachteile überwiegen und haben uns gegen eine Aufpflasterung entschieden.
Die vorgenannten Punkte haben teilweise zu Recht zu einem gewissen Unmut unter den Beteiligten geführt. Ich kann Ihnen versichern, dass wir dieses bei den nächsten Projekten versuchen werden zu verbessern. Gestatten Sie mir bitte an dieser Stelle den Hinweis - er soll aber keineswegs als Entschuldigung für die gemachten Fehler gelten -, dass die Verwaltung mit dem Projekt Vogelsiedlung Neuland betreten hat. Es ist der erste umfassende Anliegerstraßenbau seit der Wende, der in alleiniger Durchführungsverantwortung der Verwaltung lag.
Das Beispiel der Vogelsiedlung zeigt uns allen, dass wir es gemeinsam schaffen können, trotz leerer Kassen unsere Gemeinde vorwärts zu bringen.
Wilhelm Garn
Der Bürgermeister
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