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Gemeinsam gegen die S-Bahn


Aus der MAZ, 23.05.2006

Initiativen im Osthavelland schließen ein Aktionsbündnis

INGO HENSEKE

FALKENSEE. Die Initiativen der Pendler in den Städten und Gemeinden von Nauen bis Spandau haben sich zu einem Aktionsbündnis zusammengeschlossen. Ziel ist es, die vorhandenen Kräfte zu bündeln und gemeinsam mehr zu erreichen. Das hat Benno König vom Arbeitskreis Bahn im Bürgerverein Finkenkrug gestern mitgeteilt. Die zentralen Forderungen des neuen Bündnisses sind die Abkehr vom geplanten Bau einer S-Bahn, eine Stärkung des Regionalverkehrs sowie eine kurzfristige Nachbesserung des neuen Fahrplans.

"Angesichts der Verschlechterungen im Bahnverkehr zwischen den Städten und Gemeinden des Osthavellandes und Berlin wenden wir uns mit einer gemeinsamen Erklärung der Bahnpendler an die Entscheidungsträger und an die Öffentlichkeit", erläuterte Sprecher König. "Unser Ziel sind schnelle, mindestens halbstündige Bahnverbindungen von Nauen, Brieselang, Finkenkrug, Seegefeld und Albrechtshof über Spandau ins Berliner Stadtzentrum." Dieses Ziel sei durch die "S-Bahn-Pläne einiger Politiker" gefährdet, deren Bau "massive Einschränkungen" im Bahnangebot nach sich ziehen und besonders die Fahrzeiten erheblich verlängern würde. Zu den Unterzeichner des Forderungspapiers gehören Ralf Kothe vom offenen Arbeitskreis Bahn und Nahverkehr Brieselang, Klaus Werth von der unabhängigen Wählervereinigung Bürger für Brieselang und der Bürgerinitiative "Brieselang nicht abhängen", Jürgen Czarnetzki von der Bürgerinitiative Spandauer Verkehrsbelange 73 sowie Detlef Hardorp aus Falkensee-Falkenhain, Mitglied im Fahrgastbeirat der DB Regio.

Ebenfalls gestern haben die Fraktionen der Zählgemeinschaft aus CDU, Grünen und ABü der Stadtverordnetenversammlung Falkensee gefordert, die regelmäßigen und schnellen Regionalbahnanbindung an die Zentren Berlins nicht zugunsten eines S-Bahn-Ausbaus aufzugeben. Bürgermeister Jürgen Bigalke wird aufgefordert, sich für eine "standardisierte Bewertung des Regionalverkehrs" einzusetzen. Ursula Nonnenmacher, Fraktionsvorsitzender der Grünen: "Obwohl das Gutachten zur standardisierten Bewertung der S-Bahn, aus dem sich angeblich die Wirtschaftlichkeit ableiten lässt, der Öffentlichkeit immer noch vorenthalten wird, wird Herr Bürgermeister Bigalke nicht müde, die S-Bahn-Verlängerung nach Falkensee zu propagieren. Erhebliche Fahrzeitverlängerungen für die eigenen Bürger und ein Abhängen der Nachbargemeinden nimmt er dabei billigend in Kauf." Die Fraktionen der Falkenseer Zählgemeinschaft seien der festen Überzeugung, dass ein "gutes Regionalbahnangebot" sowohl für die Falkenseer als auch ihre Nachbarn die bessere Lösung darstellt. "Wir solidarisieren uns ausdrücklich mit den Bürgern aus Finkenkrug, Brieselang und Nauen und fordern eine moderne Lösung für unsere gesamte Region jenseits veralteter Planungen", erklärte die Fraktionsvorsitzende. Ein entsprechender Antrag werde am 31. Mai in die öffentliche Sitzung der Stadtverordnetenversammlung eingebracht.

Wie berichtet, gehört auch Landrat Burkhard Schröder zu denjenigen, die eine Misch-Lösung aus S-Bahn und Regionalbahn nicht ausschließen.

 

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