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Es geht um die Wurst
Aus der MAZ, 06.02.2007
Langwieriger Streit über Baugenehmigung für Imbisskiosk in Brieselang
ANKE FIEBRANZ
BRIESELANG. Bunt angemalt steht er an der Karl-Marx-Straße, der Imbisskiosk "Maximilian". Auf einem großen Schild wird für Rostbratwurst, Wiener und Bouletten geworben. Derzeit nur theoretisch, denn die Fenster sind schon länger geschlossen. Warum, weiß keiner genau. Vielleicht macht der Betreiber Winterpause. So richtig warm geworden ist man in Brieselang bislang ohnehin nicht mit der bunten Bude.
Im Gegenteil: Ginge es nach dem Willen der Gemeindevertreter, wäre der Imbiss, der sich neben dem Gelände von Robinson-Grundschule und Oberschule befindet, schon längst verschwunden. Aber das letzte Wort hat der Landkreis Havelland. Dort wurde am 9. März 2006 die Baugenehmigung erteilt. Das geschah sogar vorfristig, ohne die Stellungnahme der Gemeinde abzuwarten, die dafür bis zum 22. März 2006 Zeit hatte.
Aber zu diesem Termin waren die Messen gesungen und der Imbissbetreiber – es soll ein Berliner sein – stellte den Kiosk auf. Das erforderliche Papier vom Kreis hatte er ja. Allerdings nicht das Wohlwollen der Brieselanger Politiker: Die Volksvertreter versagten das Einvernehmen: Der Kiosk harmoniere nicht mit den Bauten in der Nachbarschaft. Gegenüber stehen Einfamilienhäuser. Zudem fanden die Gewählten solch ein Unternehmen in Schulnähe unpassend: Nicht nur wegen der Fast-food-Verführung, der Kinder schnell erliegen. Sie befürchteten auch, es könnte Alkohol verkauft werden.
Aus diesen Gründen und natürlich, weil seinerzeit die Stellungnahme der Gemeinde Brieselang nicht abgewartet worden war, verlangte die Kommune vom Landkreis schriftlich die Rücknahme der Baugenehmigung. Das geschah am 6. April letzten Jahres.
Dann passierte eine Weile gar nichts. Am 12. Dezember wurde aus Brieselang ein Erinnerungsschreiben an den Kreis geschickt. Der teilte am 14. Dezember mit, dass der Sachverhalt geprüft werde. Darüber informierte Bürgermeister Wilhelm Garn (CDU) in der jüngsten Gemeindevertretung. Er reagierte damit auf eine Anfrage der Fraktion Bürger für Brieselang (BFB). Deren Vorsitzender Christian Achilles fand es bemerkenswert, dass sich die Kreisverwaltung acht Monate überhaupt nicht geäußert habe – er meinte die Funkstille von April bis Dezember 2006.
Wie zu hören war, soll der Sachbearbeiter, der den Brieselanger Fall auf dem Tisch hatte, inzwischen aus dem Dienst ausgeschieden sein. "Der Leiter des Bauordnungsamtes wird noch in dieser Woche mit Bürgermeister Garn über die Angelegenheit sprechen", kündigte Kreissprecherin Petra Müller gestern auf MAZ-Anfrage an. Ob es dann für den Kiosk um die Wurst geht, konnte sie nicht sagen.
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