Aus der MAZ, 22.12.2006
Nachweise fehlen Brieselangs Gemeindevertreter diskutierten lange über Cometa-Begegnungsstätte in Zeestow
BRIESELANG ■ Der Verein Cometa wird für seine Freizeit- und Begegnungsstätte im Brieselanger Ortsteil Zeestow 2006 keinen Zuschuss erhalten. Ein Vorschlag der Verwaltung, 2500 Euro an Cometa auszureichen,wurde in dieser Woche von den Brieselanger Gemeindevertretern abgelehnt.
Die Gewählten hatten es sich mit ihrer Entscheidung nicht leicht gemacht. Aber für die Mehrheit blieb an jenem Abend zu viel im Dunkeln, und es war keine Cometa-Vertreterin anwesend, die die Angelegenheit beleuchten konnte. Vor allem wurde nicht deutlich genug, wofür genau der Verein das Geld benötigt hat. Es gab auch unterschiedliche Angaben über die Öffnungszeiten der Begegnungsstätte. Dort konnten sich Kinder, Jugendliche und auch Senioren seit Jahren in der Freizeit treffen. Das ist in letzter Zeit nicht mehr so einfach möglich.
Heidrun Höfler, Mitglied des Cometa-Vorstandes und Leiterin der Einrichtung, habe vor dem Sozialausschuss am 4. Oktober erklärt, das Begegungszentrum sei seit dem 30. Juni 2006 geschlossen und sollte im Oktober wieder öffnen. Das berichtete Thomas Lessing, zuständiger Fachbereichsleiter im Rathaus. Bei der Begründung des Cometa-Zuschussantrages vom 14. Dezember sind plötzlich für alle Monate Öffnungstage angegeben, wenn auch in unterschiedlicher Zahl. Voll geöffnet war demnach bis Ende Juni. Cometa selbst schrieb von insgesamt 251 Arbeitstagen 2006 und davon, dass nach den Sommerferien „umfangreiche Sanierungsmaßnahmen“ liefen. „Es handelte sich um Malerarbeiten“, konkretisierte Lessing.
Bürgermeister Wilhelm Garn (CDU) gab zu, dass es selbst in der Verwaltung Diskussionen gegeben hatte, wie man mit dem Cometa-Antrag, der auf den letzten Drücker am 12. Dezember einging, umgehen sollte. Die Arbeit im ersten Halbjahr sei gut gewesen, daher der Kompromissvorschlag aus dem Rathaus, für diesen Zeitraum 2500 Euro zu bewilligen. Insgesamt waren im Haushalt 2006 mit Sperrvermerk sogar 5000 Euro für die Begegnungsstätte eingeplant gewesen. Ähnlich wie in den Vorjahren sollte damit eine geförderte Arbeitsstelle (PKR) bezuschusst werden.
Die wurde Cometa aber nicht bewilligt. Um so mehr herrsche Nachweisbedarf für eine Förderung, fanden einige Abgeordnete. Michael Koch (CDU) sagte: „Die Aufstellung von Cometa ist offensichtlich unter Zeitdruck erfolgt, einiges im zweiten Halbjahr scheint aus der Luft gegriffen, daher bleiben auch Zweifel am ersten Halbjahr.“ Lutz Kriebel (Bürger für Brieselang): „Eine Zahlung kann nur dann erfolgen, wenn der Bedarf nachgewiesen wird.“ Sozialausschussvorsitzender Michael Förster (Unabhängige Christdemokraten Brieselang) räumte ein, dass es widerstreitende Aussagen gebe. „Aber es ist schlechter Stil, die Bewilligungskriterien am Ende eines Jahres hochzuhängen.“ Hinweise zur Abrechnung müssten am Anfang erfolgen. Christian Ehrecke (CDU) schlug vor, bis zu 2500 Euro auszuahlen, wenn noch ein Nachweis über die Ausgaben erbracht werde. SPD-Fraktionschef Norbert Jütterschenke war dafür, da sonst zu befürchten sei, dass die Einrichtung gar nicht mehr arbeiten könne. Ehreckes Antrag kam aber nicht durch. Und auch der Kompromiss der Verwaltung, fürs erste Halbjahr zu bezahlen, wurde abgelehnt.
Was das für Konsequenzen hat, konnte Heidrun Höfler von Cometa gestern nicht sagen. Sie beteuerte gegenüber der MAZ, dass die Begegnungsstätte in jedem Monat offen gewesen sei, wenn auch nicht regelmäßig. Das Geld von der Gemeinde brauche Cometa für die Arbeit, für Personalkosten. Der Verein habe kaum eigene Einnahmen. Sie selbst ist als einzige Betreuerin verblieben.