Aus der MAZ, 2007-11-26
Wahlen im Gemeindeverband Brieselang: Peter Deblon löst Kurt Jakob ab / Eklat bei der Wahl des Beisitzers
WERNER SCHMIDT
BRIESELANG. Die heitere, fast schon ausgelassene Stimmung erhielt einen mächtigen Dämpfer, als der Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbandes Brieselang am Freitagabend die Ergebnisse der Beisitzerwahl verlas und es für den bisherigen Beisitzer Heinz Hertzberg nicht reichte. Mit sechs Stimmen verfehlte er die absolute Mehrheit für seine Wiederwahl. Sieben Stimmen wären dafür nötig gewesen.
Der 64-Jährige nahm diese Niederlage sehr persönlich: "Für mich ist die Sache gelaufen. Ich erkläre meinen Austritt!" Sprach's und verließ die Sportlerklause an der Brieselanger Rotdornallee.
Vor diesem Eklat war der neue Vorstand gewählt worden. Peter Deblon löste Kurt Jakob ab und bekam alle 13 von 13 möglichen Stimmen. Claudia Wegerich, Kreisvorsitzende der Frauenunion, wurde mit 13 und Ralf Kothe mit zwölf Stimmen als Stellvertreter gewählt; Schatzmeister Thomas Dicker wurde einstimmig in diesem Amt bestätigt.
Claudia Wegerich sprach im Anschluss aus, was die meisten über die Reaktion von Heinz Hertzberg denken mochten: "Ich kann seine Reaktion nicht verstehen. Es tut mir Leid, dass er es als persönliche Niederlage nimmt." Man dürfe allerdings nicht so darüber hinweggehen, sondern solle doch noch einmal mit ihm reden, schlug sie vor. Dann, wenn wieder etwas Ruhe eingekehrt sei.
Denn eigentlich können sich die Christdemokraten in Brieselang den Verlust von Mitgliedern nicht leisten. 37 Brieselanger gehören dem Ortsverband an, aber nur 22 zahlen ihre Beiträge: "Wenn das so bleibt, sind wir bald pleite", bilanzierte Schatzmeister Dicker. Zwar habe man die säumigen Mitglieder angeschrieben, reagiert habe aber nur eines. Auch mit den anderen Säumigen müsse gesprochen werden – "sehr diplomatisch und persönlich". Und falls es momentane wirtschaftliche Probleme seien, weswegen sie ihre Mitgliedsbeiträge schuldig blieben, da gäbe es "auch Mittel und Wege, um ihnen zu helfen", sagte Deblon.
Im Hinblick auf die Parteiarbeit brachte er die Windkraftanlagen auf den Tisch. Man müsse sich stark machen für eine Aufteilung der Gewerbesteuer für die Windräder zwischen den Gemeinden, in denen die Betreiber ihren Betriebssitz haben, und denjenigen, in denen die Windräder stehen.
Ein weiterer Schwerpunkt in der Kommunalpolitik soll unter anderem die Sicherheit sein: Ein zweiter Revierpolizist, eine Tageswache und eine Verbesserung der Straßenbeleuchtung werden als vordringlich angesehen. "Viele ältere Menschen fühlen sich in der Dunkelheit unsicher", hieß es.
In der Verkehrspolitik will man sich einsetzen für eine bessere Anbindung von und nach Berlin. Die Fahrzeit nach Berlin-Mitte dürfe nicht mehr als 30 Minuten betragen – und: "Brieselang muss wieder Haltepunkt für den Regional-express werden."