Aus der MAZ, 2008-03-03
Brieselanger CDU will Angebote für Familien verbessern
BRIESELANG. Die Brieselanger CDU hält ihren Kurs. Trotz des rauen Klimas, das derzeit die Debatte zum Haushalt der Gemeinde prägt, sehen sich die Christdemokraten in sicherem Fahrwasser. „Es gab und gibt keine. finanzpolitische Krise in Brieselang. Wir werden eine moderne Kita bauen, den Sportplatz sanieren und trotzdem finanziell auf sicheren Füßen stehen", bekräftigte Peter Deblon die Position seiner Partei am Freitagabend in der „Sportlerklause". Dorthin hatte der Gemeindeverband der CDU, dessen Chef Deblon ist, zur Mitgliederversammlung geladen.
Während im Vorraum der Klause die Skatspieler zockten, dominierte im Hinterzimmer die Kommunalpolitik die Gespräche. „Beim Haushalt sind wir ein gutes Stück vorangekommen", bilanzierte Bürgermeister Wilhelm Garn die 52 Monate seiner Amtszeit. Seit 2005 konnte der 1,9 Millionen Euro Kassenkredit auf Null runtergefahren und die Schulden von 17 auf 14 Millionen Euro reduziert werden. „Wir haben 7,8 Kilometer Anliegerstraßen, zwei Kilometer Hauptstraßen und einen Bahnhofsplatz gebaut, ohne einen Cent Schulden zu machen", sagte Garn. Dies sei eine respektable Leistung, die mit Unterstützung auch anderer Gemeindevertreter gelungen sei.
Als weitere Erfolgserlebnisse nannte Garn das „transparente Rathaus" mit Bürgerbüro, den Bürgerbus und die schlanke Verwaltungsstruktur.
In der Hängematte ausruhen will sich die Brieselanger CDU aber nicht. „Wir werden über Arbeitsmangel nicht klagen müssen", sagte Michael Koch, Chef der CDU-Fraktion im Gemeinderat. Neben der Infrastruktur wolle sich die CDU auch künftig für ein jugend- und familienfreundlicheres Brieselang einsetzen. „Wir investieren nicht nur in Beton."
Auch das Thema S-Bahn/ Regionalbahnverkehr wird die CDU noch kräftig beschäftigen, kündigte Koch an. Bei aktuellen Themen wie dem Sozialticket oder der Bodenreform-Affäre - auch in Brieselang gibt es betroffene Liegenschaften - sparten die Christdemokraten nicht mit Kritik an der Landes-SPD. Aber auch die eigene Partei rügte die Runde. So distanzierten sich die Brieselanger ausdrücklich von Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (Sachsen-Anhalt), der ostdeutschen Frauen öffentlich vorgeworfen hatte, sie gingen durch ihre DDR-Erziehung leichtfertiger mit werdendem Leben um. „Wenn ein CDU-Mann so etwas sagt, ist das fatal. Selbst wenn er sich entschuldigt hat, bleiben seine Worte in den Köpfen der Frauen", sagte Claudia Wegerich. Für Peter Deblon war Böhmers Statement „einfach nur schlimm" und für Michael Koch „rational nicht er klärbar". uk