Aus der MAZ, 2008-05-06
BESCHLUSS Brieselanger Politiker einigten sich
Von Anke Fiebranz
BRIESELANG. Noch ist so mancher Brieselanger Keller nass. Und verständlicherweise hat mancher Hausbesitzer davon die Nase voll. Aber mit vereinten Kräften muss sich das ändern. Kurz- und mittelfristig soll daher einiges passieren, damit das traditionelle Brieselanger Grabensystem wieder funktioniert.
So lässt sich vielleicht am ehesten ein Beschluss beschreiben, der mehrere Punkte hat und um den die Brieselanger Gemeindevertreter in ihrer jüngsten Sitzung heftig rangen. Grundlage war ein Antrag der Fraktion Bürger für Brieselang (BFB). Deren Chef Christian Achilles plädierte dafür, die Verantwortung nicht lange hin- und herzuschieben, sondern schnell, das heißt noch in diesem Jahr etwas für die betroffenen Bürger zu tun. An dem, was schnell möglich wäre, schieden sich dann erst einmal die Geister. Am Ende der Diskussion fanden aber dann fast alle Forderungen - auch die von CDU und Linken - Aufnahme im Beschlusstext.
Lange Rede kurzer Sinn: Kurzfristig sollen die Leute vom Brieselanger Bauhof Gräben in Ordnung bringen, damit das Wasser durch- und abfließt (CDU-Vorschlag). Da für die Grabenpflege aber eigentlich der Wasser- und Bodenverband zuständig ist, wird mit dem Verband kurzfristig eine Begehung des Systems organisiert. Dabei soll nicht nur der Zustand der Gräben analysiert, sondern auch festgelegt werden, welche Sofortmaßnahmen zu treffen sind. Klar, dass das kostet: Mit dem Wasser- und Bodenverband will man daher über eine Kostenteilung reden. Das, was auf Brieselang entfällt soll noch für den Nachtragshaushalt 2008 eingeplant werden (BFB-Vorschlag). Mittelfristig muss aber ein Konzept zur Pflege und Sanierung der Gräben erarbeitet werden. Die Linken regten an zu überprüfen, ob das traditionelle Brieselanger Grabensystem heute noch ausreicht.
Zudem soll sich der Bürgermeister beim Landesumweltamt dafür einsetzen, dass das Pumpwerk in Zeestow auch schon dann eingeschaltet wird, wenn das Wasser zwar noch natürlich, aber eben zu langsam abläuft. „Als das Pumpwerk Mitte April nach starkem Regen eingeschaltet wurde, sank der Wasserstand in den Brieselanger Gräben in kurzer Zeit um 15 Zentimeter, berichtete Michael Koch (CDU)
Auch wichtig: Die Gemeinde wird wieder jemanden bekommen, der die Gräben nicht aus den Augen lässt: Marcel Höhne soll zum Grabenbeauftragten bestellt werden. Er ist selbst ein vom Hochwasser gebeutelter Anwohner aus dem Norden Brieselangs und hat sich - eigentlich aus der Not geboren - großes Fachwissen angeeignet.
Zwei Veranstaltungen zum Thema Hochwasser sind geplant. Die Wählergemeinschaft Bürger für Brieselang lädt am 8. Mai um 19.30 Uhr in die Robinsongrundschule ein. Die Gemeindeverwaltung bittet am 15. Mai, um 17.30 Uhr Interessierte zu einer Begehung des Brieselanger Gräbensystems. Treffpunkt: Birkenallee/Ecke Amselweg.