Quelle: Märkische Allgemeine, Der Havelländer, 03.09.2009
Unterrichtsgarantie muss sein Landtagswahlkreis 5 CDU-Kandidat Michael Koch will vor allem die Felder Bildung und Soziales beackern
Im Landtagswahlkreis 5 bewerben sich sechs Direktkandidaten demo- kratischer Parteien und Wählervereinigungen. Um herauszufinden, wofür die Bewerber stehen, stellte MAZ allen dieselben fünf Fragen und außerdem eine freie Frage. Mit Michael Koch (CDU) sprach Anke Fiebranz.
MAZ: Bei der Wahl der Direktkandidaten gucken die Havelländer schon auf die Persönlichkeit. Aus welchen Gründen sollten die Leute unbedingt für Sie stimmen?
Michael Koch: Ich habe mich in den vergangenen Jahren stark für die Region engagiert, verantwortliche Aufgaben übernommen und bewiesen, dass ich gute Kommunalpolitik mache. Ich weiß, dass ich den Wahlkreis in Potsdam gut vertreten werde.
Auf welchem Themenfeld könnten Sie als Landtagsabgeordneter punkten und was wollen Sie da für die Havelländer erreichen?
Koch: Mein Schwerpunkt ist Bildung und Soziales. Leistung ist zwar in Brandenburg kein Schimpfwort mehr. Jetzt müssen wir uns aber verstärkt um die Qualität des Unterrichts bemühen. Ich setze mich dafür ein, dass 1500 neue Lehrkräfte eingestellt werden. Das ist für mich mit einer Unterrichtsgarantie verbunden. Jährlich werden in Brandenburg eine Million Schulstunden nicht nach Plan gegeben. Lehrer müssen zum Beispiel zwei Klassen parallel oder fachfremd unterrichten. Es ist besser, ein Angebot mit Unterrichtsgarantie zu machen, als Schülern Geld in die Hand zu drücken, um Nachhilfe zu finanzieren. Auch in den Kitas muss sich einiges tun. Der Betreuungsschlüssel muss besser werden, bei den Unter-Dreijährigen soll er von bisher sieben auf sechs Kinder pro Erzieher sinken, bei den größeren von 13 auf 12.
Die Kommunen im ländlichen Raum verlieren Einwohner. Haben Sie ein Konzept gegen die Abwanderung?
Koch: Der ländliche Raum ist mehr als nur Landwirtschaft. Wir müssen die vorhandenen Konzepte für ein attraktiveres Lebensumfeld weiterentwickeln. Das fängt mit dem öffentlichen Personennahverkehr an, geht über attraktive Arbeitsplätze bis zu neuen Wegen in der Verwaltung. Mobilität heißt beispielsweise nicht, dass sich alle Autos kaufen. Neben den Schülern gibt es die Älteren. Sie alle brauchen auch in Zukunft Busse und Bahnen. Für den Erhalt von Linien habe ich mich schon als Kreistagsabgeordneter eingesetzt. Weiter geht es im ländlichen Raum um Betreuungsmöglichkeiten. In Barnewitz hat ein Verein eine Kita wiedereröffnet. Solchem Engagement müssen wir in Zukunft mehr Wertschätzung schenken. Ein weiteres The-ma auf dem Land ist die fehlende breitbandige Internetversorgung. Für Firmen ist das ein echtes Problem.
Wie kann gesichert werden, dass Kinder aus Ihrem Wahlkreis die gleichen Bildungschancen haben, egal, ob sie im Dorf oder im Speckgürtel leben?
Koch: Einerseits dürfen wir die Schulwege nicht zu lang gestalten, andererseits brauchen wir flexiblere Klassenstärken. Bisher haben alle Kommunen im Havelland Grundschulen, das ist gut gelungen. Der Kreis ist aber gemeinsam mit dem Land in der Verantwortung, weitere Bildungsangebote vorzuhalten.
Welches ganz heiße Eisen muss in Ihrem Wahlkreis dringend angepackt werden?
Koch: Als Landtagsabgeordneter sähe ich eine Aufgabe in der Stärkung unserer wirtschaftlichen Kompetenzen. In Brieselang und Wustermark gibt es die im Bereich Logistik. Mir geht es darum, dass wir in den nächsten fünf Jahren den Status eines regionalen Wachstumskerns bekommen. Da hängen Fördermöglichkeiten und die Schaffung von Arbeitsplätzen dran. Auch der Nahverkehr bleibt für mich auf der Agenda: Die Einwohner berlinnaher Kommunen haben den Anspruch, schnell in der Bundeshauptstadt zu sein. Aber natürlich gibt es auch berechtigte Interessen in Paulinenaue, Ketzin, Friesack und Nauen. Für Nennhausen ist zum Beispiel die Anbindung in Richtung Rathenow wichtig. Bedeutend ist auch die Vernetzung der Orte untereinander.
Sie treten das zweite Mal als Direktkandidat zur Landtagswahl an und stoßen auf alte Konkurrenten wie Udo Folgart (SPD). Was ist, wenn Sie nicht gewählt werden?
Koch: Mein persönliches Lebensglück hängt davon nicht ab, auch wenn ich der bessere Kandidat bin. Zu Herrn Folgart habe ich übrigens ein gutes Verhältnis.