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JU-Kandidat Michael Koch aus Brieselang: Jüngster Bewerber um ein CDU-Landtagsmandat.


Die Junge Union und geile Unterhemden


Aus der Berliner Zeitung vom 4. Juni 2004

CDU-Jugend geht neue Wege bei der Mitgliederwerbung

POTSDAM. Die junge Frau hat Zöpfe wie Pippi Langstrumpf und sie trägt nur ein baumwollenes Unterhemd. Darauf steht geschrieben: "Brandenburg wird geil". Mit diesem Slogan, dem entsprechenden Faltblatt und einem Internetauftritt hat die Junge Union das Niveau eines beliebigen Werbekanals im Fernsehen erreicht. "Wir wollen halt die jungen Leute unter 30 erreichen", begründet Landeschef Sebastian Schütze die Mitgliederwerbung. "Wir wollen zeigen, dass Brandenburg ein Land ist, in dem es sich zu leben lohnt." Die junge Frau ist kein CDU-Mitglied, sondern ein Model. So sieht Wahlwerbung in Zeiten der Parteienverdrossenheit aus. Und junge Mitglieder haben alle etablierten Parteien nötig. Postpubertäre Anzüglichkeiten stehen aber nicht im Mittelpunkt des Jahrestreffens der JU, das am Sonnabend in Schwarzheide in der Lausitz stattfindet.

Im realpolitischen Leben hadern die Jungpolitiker mit der eigenen Partei. Die CDU, seit fünf Jahren mit der SPD Regierungspartei im Land, mache zu viele Zugeständnisse. "Wichtige Weichenstellungen in der Bildungspolitik, bei der Haushaltskonsolidierung, beim Großflughafen und bei der Länderfusion sind nicht erfolgt", sagt Schütze. "Nichtstun ist der zu oft gesuchte Kompromiss." So seien die bildungspolitischen Forderungen der CDU immer noch nicht umgesetzt. Dazu gehören die generelle Einführung des Abiturs nach zwölf Schuljahren und die vierjährige Grundschulzeit. Außerdem fordert die JU etwa die Einrichtung von Gründerzentren an den Universitäten, um Wissen im Land zu halten.

Der 24-jährige Michael Koch, JU-Kreischef von Havelland, ist der jüngste Landtagsdirektkandidat der CDU. Als Lehramtsstudent will er "die Verantwortung des Einzelnen" stärken" und hat so seine Zweifel am Lehrpersonal in Brandenburg. "Bei Schulbesuchen habe ich schon häufig erlebt, wie die Lehrer auf altes DDR-Vokabular zurückgreifen." Der CDU-Nachwuchs fällt auch dadurch auf, dass er von der Linie des Landesvorsitzenden Schönbohm abweicht. So spricht sich etwa Michael Koch für die Homosexuellen-Ehe aus, die die rot-grüne Bundesregierung gegen die Union durchgeboxt hat. (mak.)

 

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